DNS-Spoofing: Unterschied zwischen den Versionen

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# 1.
# Man-in-the-Middle (MITM): Ein Angreifer, der sich zwischen Client und
Man-in-the-Middle (MITM): Ein Angreifer, der sich zwischen Client und
DNS-Server befindet (z. B. in öffentlichen WLANs), kann DNS-Anfragen ab-
DNS-Server befindet (z. B. in öffentlichen WLANs), kann DNS-Anfragen ab-
fangen und gefälschte Antworten zurücksenden [2].
fangen und gefälschte Antworten zurücksenden [2].
# 2. DNS-Cache-Poisoning: Wird der Cache eines DNS-Servers manipuliert,
# DNS-Cache-Poisoning: Wird der Cache eines DNS-Servers manipuliert,
kann dieser falsche Zuordnungen von Domainnamen zu IP-Adressen speichern.
kann dieser falsche Zuordnungen von Domainnamen zu IP-Adressen speichern.
Diese fehlerhaften Informationen können bei weiteren Anfragen an andere Cli-
Diese fehlerhaften Informationen können bei weiteren Anfragen an andere Cli-
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stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da Nutzer auf manipulierte oder ge-
stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da Nutzer auf manipulierte oder ge-
fälschte Webseiten umgeleitet werden können [3].
fälschte Webseiten umgeleitet werden können [3].
# 3. DNS-Hijacking: Wird ein DNS-Server kompromittiert, kann der Angreifer
# DNS-Hijacking: Wird ein DNS-Server kompromittiert, kann der Angreifer
alle anfragenden Clients auf gefälschte IP-Adressen umleiten – auch ohne sich
alle anfragenden Clients auf gefälschte IP-Adressen umleiten – auch ohne sich
im selben Netzwerk zu befinden [2].
im selben Netzwerk zu befinden [2].
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== Beweissicherung ==
== Beweissicherung ==


Netzwerk-Mitschnitte mit DNS-Paketen (z. B. PCAP-Dateien)
* Netzwerk-Mitschnitte mit DNS-Paketen (z. B. PCAP-Dateien)
• System- und DNS-Logs inklusive Zeitstempel
* System- und DNS-Logs inklusive Zeitstempel
• Cache-Inhalte des DNS-Resolvers (sofern abrufbar)
* Cache-Inhalte des DNS-Resolvers (sofern abrufbar)
• Konfigurationsdateien von DNS-Servern und ‑Clients
* Konfigurationsdateien von DNS-Servern und ‑Clients
• Überprüfung der Namensauflösungsintegrität (z. B. durch Einsatz von DNS-
* Überprüfung der Namensauflösungsintegrität (z. B. durch Einsatz von DNS-
SEC)
SEC)


== Forensische Analyse ==
== Forensische Analyse ==


• Auswertung von DNS-Logs zur Rückverfolgung verdächtiger oder kompromit-
* Auswertung von DNS-Logs zur Rückverfolgung verdächtiger oder kompromit-
tierter Anfragen
tierter Anfragen
• Vergleich der tatsächlichen DNS-Zuordnung mit dem Caching-Verhalten
* Vergleich der tatsächlichen DNS-Zuordnung mit dem Caching-Verhalten
• Analyse von TTL-Werten, um ungewöhnliche Cache-Dauern oder gezielte Ma-
* Analyse von TTL-Werten, um ungewöhnliche Cache-Dauern oder gezielte Ma-
nipulationen zu erkennen
nipulationen zu erkennen


== Forensische Tools zur DNS-Spoofing-Analyse ==
== Forensische Tools zur DNS-Spoofing-Analyse ==


1. Wireshark: Analyse von DNS-Anfragen und -Antworten (u. a. Transaction-
# Wireshark: Analyse von DNS-Anfragen und -Antworten (u. a. Transaction-
ID, UDP-Port, Antwortquelle)
ID, UDP-Port, Antwortquelle)
2. DNS Monitoring Tools: Kontinuierliche Überwachung von DNS-Anomalien,
# DNS Monitoring Tools: Kontinuierliche Überwachung von DNS-Anomalien,
Antwortzeiten und verdächtigen Domains (z. B. Nagios, SolarWinds)
Antwortzeiten und verdächtigen Domains (z. B. Nagios, SolarWinds)
[4]
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== Literatur ==
== Literatur ==
[1] Claudia Eckert: IT-Sicherheit – Konzepte, Verfahren, Protokolle, 11. Auflage,
[1] Claudia Eckert: IT-Sicherheit – Konzepte, Verfahren, Protokolle, 11. Auflage,
Springer Vieweg, 2023, Kapitel 3.4, S. 190–192.
Springer Vieweg, 2023, Kapitel 3.4, S. 190–192. <br>
 
[2] Jörg Schwenk: Sicherheit und Kryptographie im Internet – Theorie und Praxis,
[2] Jörg Schwenk: Sicherheit und Kryptographie im Internet – Theorie und Praxis,
5. Auflage, Springer Vieweg, Kapitel 15.2.1, S. 407–408.
5. Auflage, Springer Vieweg, Kapitel 15.2.1, S. 407–408.<br>
 
[3] BSI: APP.3.6 DNS-Server, IT-Grundschutz-Kompendium, Edition 2021, S.�7.
[3] BSI: APP.3.6 DNS-Server, IT-Grundschutz-Kompendium, Edition 2021, S.�7.
Abgerufen am 03.07.2025,
Abgerufen am 03.07.2025,
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Grundschutz/
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Grundschutz/
IT-GS-Kompendium_Einzel_PDFs_2021/06_APP_Anwendungen/APP_3_6_DNS_
IT-GS-Kompendium_Einzel_PDFs_2021/06_APP_Anwendungen/APP_3_6_DNS_
Server_Edition_2021.pdf
Server_Edition_2021.pdf <br>
 
[4] DNSstuff: DNS Monitoring Tools, abgerufen am 03.07.2025,
[4] DNSstuff: DNS Monitoring Tools, abgerufen am 03.07.2025,
https://www.dnsstuff.com/dns-monitoring-software
https://www.dnsstuff.com/dns-monitoring-software

Version vom 24. Juli 2025, 06:10 Uhr

Definition

DNS-Spoofing bezeichnet einen Angriff, bei dem gefälschte DNS-Antworten erzeugt werden, um Anfragen nach legitimen Domainnamen auf manipulierte IP-Adressen umzuleiten. Das Ziel besteht darin, Nutzer unbemerkt auf falsche Server zu führen – beispielsweise zur Datenspionage oder zum Phishing [1].

Angriffsvektoren

  1. Man-in-the-Middle (MITM): Ein Angreifer, der sich zwischen Client und

DNS-Server befindet (z. B. in öffentlichen WLANs), kann DNS-Anfragen ab- fangen und gefälschte Antworten zurücksenden [2].

  1. DNS-Cache-Poisoning: Wird der Cache eines DNS-Servers manipuliert,

kann dieser falsche Zuordnungen von Domainnamen zu IP-Adressen speichern. Diese fehlerhaften Informationen können bei weiteren Anfragen an andere Cli- ents oder Server weitergegeben werden und sich kaskadenartig ausbreiten. Dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da Nutzer auf manipulierte oder ge- fälschte Webseiten umgeleitet werden können [3].

  1. DNS-Hijacking: Wird ein DNS-Server kompromittiert, kann der Angreifer

alle anfragenden Clients auf gefälschte IP-Adressen umleiten – auch ohne sich im selben Netzwerk zu befinden [2].

Bedeutung für die IT-Forensik

DNS-Spoofing ist für forensische Untersuchungen relevant, da es gezielt zur Umlei- tung von Datenverkehr genutzt werden kann. Die dabei entstehenden Spuren sind oft flüchtig, da manipulierte DNS-Antworten und Cache-Einträge häufig nur temporär im Arbeitsspeicher oder in flüchtigen Caches abgelegt werden.

Beweissicherung

  • Netzwerk-Mitschnitte mit DNS-Paketen (z. B. PCAP-Dateien)
  • System- und DNS-Logs inklusive Zeitstempel
  • Cache-Inhalte des DNS-Resolvers (sofern abrufbar)
  • Konfigurationsdateien von DNS-Servern und ‑Clients
  • Überprüfung der Namensauflösungsintegrität (z. B. durch Einsatz von DNS-

SEC)

Forensische Analyse

  • Auswertung von DNS-Logs zur Rückverfolgung verdächtiger oder kompromit-

tierter Anfragen

  • Vergleich der tatsächlichen DNS-Zuordnung mit dem Caching-Verhalten
  • Analyse von TTL-Werten, um ungewöhnliche Cache-Dauern oder gezielte Ma-

nipulationen zu erkennen

Forensische Tools zur DNS-Spoofing-Analyse

  1. Wireshark: Analyse von DNS-Anfragen und -Antworten (u. a. Transaction-

ID, UDP-Port, Antwortquelle)

  1. DNS Monitoring Tools: Kontinuierliche Überwachung von DNS-Anomalien,

Antwortzeiten und verdächtigen Domains (z. B. Nagios, SolarWinds) [4]

Literatur

[1] Claudia Eckert: IT-Sicherheit – Konzepte, Verfahren, Protokolle, 11. Auflage, Springer Vieweg, 2023, Kapitel 3.4, S. 190–192.

[2] Jörg Schwenk: Sicherheit und Kryptographie im Internet – Theorie und Praxis, 5. Auflage, Springer Vieweg, Kapitel 15.2.1, S. 407–408.

[3] BSI: APP.3.6 DNS-Server, IT-Grundschutz-Kompendium, Edition 2021, S.�7. Abgerufen am 03.07.2025, https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Grundschutz/ IT-GS-Kompendium_Einzel_PDFs_2021/06_APP_Anwendungen/APP_3_6_DNS_ Server_Edition_2021.pdf

[4] DNSstuff: DNS Monitoring Tools, abgerufen am 03.07.2025, https://www.dnsstuff.com/dns-monitoring-software