Schwachstelle

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Definition

Schwachstellen sind Fehler, die die Sicherheit eines IT-Systems reduzieren. Sie machen Systeme verwundbar. Diese Fehler können in der Programmierung, in dem Konzept, in der Konfiguration, dem Betrieb, der Implementierung oder in der Organisation liegen.

Schwachstellen werden von Exploits ausgenutzt. Das Ausnutzen einer Schwachstelle mit einem Exploit von einem Angreifer wird als Bedrohung bezeichnet.

Typische Schwachstellen

Cross Site Scripting

SQL Injection

Schwache Passwörter

Fehlerhafte Konfiguration

Buffer-Overflow

Veröffentlichungen von Schwachstellen

Veröffentlichte Schwachstellen werden in der Datenbank "Common Vulnerabilities and Exposures", kurz CVE, der Mitre Corporation veröffentlicht. Jede Schwachstelle wird mit einem eindeutigen Namen erfasst. Zu jeder CVE wird eine Common Vulnerability Scoring System (CVSS) Zahl von 0 bis 10 nach Schwere der Schwachstelle zugewiesen.[1]

Eine Schwachstellen die dem Hersteller nicht bekannt ist, aber von anderen ausgenutzt werden, heißen Zero-Day-Exploits. Gegen diese Exploits gibt es keine Updates, welche die Schwachstelle beheben.

Mehrere Organisationen bieten sogenannte Bug-Bountys an, welche eine Responisble Disclosure (eine verantwortungsbewusste Übermittlung) der Schwachstelle an den Hersteller oder verantwortliche Organisationen mit einem Geldpreis belohnen.

Beispiele für Schwachstellen

Heartbleed-Bug

Der Heartbleed Bug CVE-2014-0160 ist eine in 2014 gefundene Schwachstelle in der OpenSSL Bibliothek. Die Heartbeat Erweiterung RFC 6520 hält eine Verbindung in TLS/SSL zwischen Client und Server. Der Client schickt eine Nachricht an den Server, welcher der Server zurücksendet. Bei CVE-2014-0160 wird die Anfrage manipuliert, dass sie größer erscheint als sie ist. Der Server füllt die Lücken in der Nachricht mit Daten aus seinen Speicher aus.[2]

EternalBlue

CVE-2017-0144 ist eine Schwachstelle die ursprünglich von der NSA entdeckt und geheim gehalten wurde. EternalBlue ist eine Schwachstelle in Microsofts Server Message Block Protokoll, die es erlaubt über manipulierte Packete Remote Code Execution auf anderen Windowsrechner Code auszuführen.[3] Die Schwachstelle wurde 2017 von einer Hackergruppe veröffentlicht und darauf von der Ransomware "WannaCry" verwendet, dessen weltweiter Schaden auf 4 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.[4]

Rolle von Schwachstellen in der IT Forensik

Ein Ziel einer forensischen Untersuchung ist es, herauszufinden wie in ein System eingebrochen wurde und welche Schwachstellen dabei ausgenutzt wurden. [5] Die Ausnutzung von Schwachstellen hinterlässt Artefakte, welche in einer forensischen Analyse auswertbar sind. Diese Artefakte werden als Indicator of Compromise gezielt gesucht werden, um die Ausnutzung einer Schwachstelle nachzuweisen.

Beispiel: Mimikatz

Mimikatz ist ein Werkzeug, dass Anmeldedaten aus Windowssystemen ausliest[6], wenn diese nicht ausreichend abgesichert sind [7]. Die Ausnutzung von Mimikatz hinterlässt Artefakte in Form von Sysmon Logs.[8]

Angriffe auf Forensik-Tools

Die digitalen Werkzeuge der IT-Forensik sind nicht immun gegenüber Schwachstellen. Die Software des Herstellers Cellebrite nutzte beispielsweise veraltete Bibliotheken, die es ermöglichen durch präparierte Dateien Code auf den Geräten auszuführen.[9] Um diese Art von Anti-Forensik zu minimieren, sollten die Analysewerkzeuge aktuell gehalten werden.

Behebung von Schwachstellen

Schwachstellen können durch Patches und neue Versionen vom Hersteller behoben werden. Dafür müssen die betroffenen Systeme geupdatet werden, was zu einer Downtime der Systeme führen kann. Ansonsten können Konfigurationsänderungen oder andere Workarounds die Schwachstelle beheben. Wenn eine Behebung nicht möglich ist, sollte das betroffene System isoliert werden.

Eine typische Überprüfung eines Systems nach Schwachstellen sind Penetrationstest.

Weiterführende Quellen

https://owasp.org/www-community/vulnerabilities/

https://en.wikipedia.org/wiki/Vulnerability_(computing)

https://nvd.nist.gov/vuln

Zitierte Quellen